Altkennzeichen – zurück zu den Wurzeln

Plötzlich sind sie wieder da: Die Altkennzeichen, also Autokennzeichen, die früher mal auf den Straßen der Republik zu sehen waren, aber mit den Kreis- und Gebietsreformen aus den 60er und 70er Jahren in der alten Bundesrepublik sowie aus den 90ern in den neuen Bundesländern nicht mehr neu vergeben und bei Neuzulassungen nach und nach durch die neuen Kennzeichen ersetzt wurden. Seit der Kennzeichenliberalisierung vom November 2012 sind mehr als 300 ehemalige Nummernschilder wieder eingeführt worden und freuen sich vielerorts großer Beliebtheit.

Kennzeichenliberalisierung – jedem sein Kennzeichen

Besagte die Fahrzeug-Zulassungsverordnung bis 2012, dass nur ein Unterscheidungskennzeichen vergeben werden konnte, können Landkreise und kreisfreie Städte nach der Liberalisierung als Alternative auch die abgeschafften Altkennzeichen wieder anbieten. Zuvor hatten sich zahlreiche Bürger in betroffenen Regionen zu den früheren Nummernschildern bekannt, und der Gesetzgeber handelte rasch: Wenn die Landkreise grünes Licht geben, sollen die Autofahrer wieder mit den Altkennzeichen herumfahren dürfen.

Und nicht nur das: In manch einem Landkreis können Autofahrer jetzt auch das Kennzeichen einer benachbarten Stadt wählen, sofern ihnen danach ist. Ob das sinnvoll ist, sei allerdings dahingestellt. Immerhin erfüllen Autokennzeichen ja eine Funktion, nämlich diejenige, ein Fahrzeug einer bestimmten Region zuzuordnen. Und diese Funktion ist etwas merkwürdig ausgelegt, wenn ein Autofahrer sein Kfz mit einem Kennzeichen aus B ausgerüstet hat, obwohl er aus A kommt – und es auch Schilder mit dem Unterscheidungszeichen A gibt.

Altkennzeichen

Pro und Contra von Altkennzeichen

Was emotionalisiert Autofahrer so beim Thema Altkennzeichen? Ganz einfach: Man möchte zeigen, wo man herkommt. Für Berliner, Kölner, Münchener oder Hamburger ist es eine Selbstverständlichkeit, stolz ihr B, K, M, oder HH vor sich hin zu fahren. Andere mussten lange Zeit mit einer Buchstabenkombination ihres Landkreises vorliebnehmen, deren Bedeutung kaum ein Außenstehender kannte.

So sagen die Befürworter der Altkennzeichen:

  • Altkennzeichen sind identitätsstiftend
  • Sie steigern die Bekanntheit der Stadt bzw. Region
  • Und sie bedienen nostalgische Gefühle und Tradition

Dagegen sagen Kritiker:

  • Altkennzeichen wirken den Gebietsreformen von einst entgegen und gefährden sogar das Gemeinschaftsgefühl von Regionen
  • Sie sorgen für eine Zersplitterung der Kennzeichenlandschaft: Je mehr Kennzeichen, desto verwirrender wird die Situation
  • Der Verwaltungsaufwand für die Kreise wird höher und damit steigen die Kosten.

War die Wiedereinführung von Altkennzeichen erfolgreich?

Durchaus: Deutlich über 300 Altkennzeichen sind seit Inkrafttreten der Kennzeichenliberalisierung wieder eingeführt worden.

Und die alten Schilder werden gut angenommen. In Dinkelsbühl im Landkreis Ansbach in Bayern beispielsweise sind von Juli 2013 bis Ende 2017 über 8.000 Fahrzeuge auf das Altkennzeichen DKB zugelassen worden, ebenso in der Nachbargemeinde Rothenburg (ROT). Im rheinland-pfälzischen Mayen fahren inzwischen sogar an die 50.000 Fahrzeughalter wieder mit dem alten Kennzeichen MY. Und in Moers (Nordrheinwestfalen) waren bereits Mitte 2017 deutlich über 60.000 Kfz-Kennzeichen mit dem Altkennzeichen MO ausgerüstet – wohl auch, weil sich mit MO nette Wunschkennzeichen erstellen lassen.

Apropos Wunschkennzeichen: Wer sich sein persönliches Altkennzeichen mit seiner favorisierten Buchstaben-Zahlen-Kombination kaufen möchte, tut dies am besten hier.

Ein Selbstläufer ist die Kennzeichenliberalisierung aber beileibe nicht allerorten. Oft haben Befürworter die Einführung des Altkennzeichens nur knapp durchgesetzt. Und über 80 Anträge wurden von den Zulassungsbezirken auch schon abgelehnt.

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