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Tachobetrug beim Gebrauchtwagenkauf – so schützen Sie sich

Berechnungen der Polizei zufolge ist bei jedem dritten in Deutschland verkauften Gebrauchtwagen der Tachostand manipuliert. Der Durchschnittliche Schaden beträgt pro Fahrzeug rund 3.000 Euro. Ein jährlicher Gesamtschaden von über 6 Mrd. Euro ist die Folge. Obwohl Experten seit langem eine verlässliche und nachvollziehbare km-Stand-Historie in Deutschland fordern, können sich Politik, Hersteller und Verbände wieder ADAC auf keine Lösung einigen. Die eine Seite fordert von den Herstellern absolut fälschungssichere Autos, andere präferieren eine datenbankgestützte Lösung.

Das Nachsehen hat bisher der Verbraucher. Dabei gibt es bereits erste technische Lösungen auf dem deutschen Markt, die eine Manipulation von Tachoständen nahezu unmöglich machen.

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Wie Tachomanipulation funktioniert

In der Vergangenheit mussten Betrüger für die Umstellung der Tachostände noch eine Bohrmaschine ansetzen, um den Kilometerstand wie gewünscht zu reduzieren. Heutzutage dauert das ganze Prozedere ohne großen technischen Aufwand weniger als 30 Sekunden.
Moderne Fahrzeuge besitzen eine OBD-Schnittstelle, worüber Werkstätte den Fehlerspeicher der Fahrzeuge auslesen und Fehler diagnostizieren können. Die gleiche Schnittstelle nutzen die Betrüger aus, um den Tachostand zu manipulieren. Es lassen sich frei wählbare Werte in das Kombiinstrument programmieren. Die Gerätschaften dafür sind frei auf dem Markt erhältlich.

Faktoren, die darauf schließen, dass ein Tachostand echt ist

  • Belege

    es liegen ordentliche und plausible Belege der vergangenen Jahre vor, die Datum und Kilometerstand aufweisen

  • Kontakte

    Kontakte zu Vorbesitzern, die z.B. den km-Stand bei der letzten Übergabe bestätigen können

  • Vertrag

    eine schriftliche Klausel im Kaufvertrag, die explizit die „tatsächliche Laufleistung“ und nicht nur den „Kilometerstand laut Tacho“ ausgibt

  • Kilometer-Stand Historie

    dokumentierte Kilometerstand-Historie auf einer Auto-Plattform wie z.B. Motory

Anzeichen für Tachomanipulation

Private PKW werden in der Regel zwischen zehn- und zwanzigtauend Kilometer pro Jahr bewegt. Je nach Vorbesitzer und Nutzung des Fahrzeugs lässt sich anhand des Fahrzeugalters so schon eine grobe Einschätzung des Kilometerstands vornehmen. Erste Anzeichen für einen manipulierten Tacho sind für die Laufleistung zu hohe Abnutzungen an folgenden Bedienelementen:

  • Lederflächen (etwa am Lenkrad oder Schaltknauf)
  • Sitz
  • Pedalgummis
  • Türinnenverkleidung
  • Lichtschalter

Wenn hier Auffälligkeiten auftreten, lässt sich bei einem niedrigen Kilometerstand vermuten, dass an dem Fahrzeug der Tachostand manipuliert wurde.

Erste technische Lösung gegen Tachomanipulation in Deutschland

Die Auto-Plattform Motory hat zusammen mit der Firma TomTom eine ganz neuartige Lösung gegen Tachomanipualation entwickelt, die sich aus der Kombination von Technik und Datenbank zusammensetzt. Hier wird die Datenaufnahme durch einen OBD-Stecker im Auto mit der automatisierten und kontinuierlichen Weitergabe der gefahrenen Distanz an eine unabhängige Datenbank kombiniert. Der Kilometerstand wird in Grafiken transparent dargestellt und kann potenziellen Käufern nach Zustimmung des Besitzers jeder Zeit zur Verfügung gestellt werden.

Sobald der OBD-Stecker im Fahrzeug angebracht ist, findet eine automatisierte Aufnahme des Kilometerverlaufs statt und wird in regelmäßigen Abständen an Motory übergeben. Zusätzlich wird über den Stecker sichergestellt, dass am Fahrzeug keine Manipulation stattgefunden hat.

Rechtliche Schritte nach Tachomanipulation

Wer sich für einen Kauf bei einem seriösen Autoverkäufer entscheidet, egal ob Privat oder Händler, sollte unbedingt auf einen schriftlichen Kaufvertrag bestehen und den Kilometerstand schriftlich festhalten.

Nachträglich rechtliche Schritte wegen Tachobetrug einzureichen, ist sehr umständlich und langwierig.

Strafen für Tachobetürger

Seit dem 18.08.2005 werden Tachobetrüger durch §22 b im Straßenverkehrsgesetz mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder hohen Geldstrafen bedroht. Ob diese noch recht milden Strafen ausreichen, um den Volkssport Tachobetrug einzudämmen, ist sehr fraglich. Umso wichtiger ist es, dass es Lösungen wie z.B. die KM-Stand-Garantie von Motory auf den deutschen Markt kommen.

Lösungen gegen Tachobetrug im Ausland

Bestes Beispiel für eine erfolgreiche Lösung im Ausland ist Belgien mit CAR-PASS, wo seit der gesetzlichen Verpflichtung zu einer regelmäßigen Tachostanderfassung der Anteil gefälschter Kilometerstandangaben um 90 % gesunken sei.

Die US-amerikanische Lösung besteht ebenfalls aus einer Datenbank namens CARFAX, welche die km-Stand-Historie jedes US-amerikanischen Fahrzeugs anhand der FIN (Fahrgestellnummer) listet.

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